Glassistant Glassistant

Forschungsziele

Das Projekt gliedert sich in drei Teilprojekte.

Emotionserkennung

Ein Forschungsaspekt von Glassistant ist die Erkennung menschlicher Emotionen, vor allem von Stress. Um geeignete Hilfestellungen geben zu können, muss zudem die Ursache vom Assistenten ausgewertet werden.

Technik im Alter

Einen weiteren Forschungsaspekt bietet der Umgang älterer Menschen mit Technik. Hier vor allem in Bezug auf Wearables und Smart Glasses.

Assistent

Zuletzt stellt die technische Umsetzung des Assistenten die Hauptaufgabe des Forschungsprojektes dar, bei der die theoretischen Aspekte umgesetzt werden müssen.

Problemstellung

Die Diagnose Mild Cognitive Impairment (MCI) ist gekennzeichnet durch subjektive und objektivierbare Leistungseinschränkungen in den Bereichen Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denkvermögen. Zwar sind grundlegende Alltagkompetenzen bei Personen mit leichten kognitiven Einschränkungen nicht beeinträchtigt, es kann jedoch zu Schwierigkeiten bei komplexeren Aufgaben innerhalb der Alltagsbewältigung kommen. Zudem stellt MCI häufig eine Vorstufe der Alzheimer-Demenz dar, so dass ca. 10 – 20% aller Senioren mit leichten kognitiven Einschränkungen innerhalb nur eines Jahres an Alzheimer-Demenz erkranken. Auch wenn es zu keiner Demenzentwicklung im Verlauf des Lebens kommt, wirken sich leichte kognitive Einschränkungen negativ auf die psychische Gesundheit, die Lebenszufriedenheit und die Selbständigkeit im Alter aus.

Aufgrund des erhöhten Risikos für Demenz bedürfen Betroffene mit MCI darüber hinaus im weiteren Verlauf ihres Lebens erhöhter Aufmerksamkeit. Gerade die Anfangszeiten sind dabei für betroffene Personen unangenehm, denn sie können noch selbständig oder mit geringer Hilfe am Alltag teilnehmen, vergessen jedoch häufig Dinge oder benötigen in Alltagssituationen unregelmäßig Hilfestellungen. Dabei fällt es Betroffenen oftmals schwer, mit ihrer Beeinträchtigung im sozialen Umfeld offen umzugehen oder gar ihre Selbständigkeit einzuschränken. So können auch kleine Probleme wie ein vergessener Weg, ein vergessener Name oder ein vergessener Termin für Personen zu einer sehr unangenehmen Situation führen.

Zielsetzung

Ziel des Projektvorhabens GLASSISTANT ist die Unterstützung von Personen mit leichten kognitiven Einschränkungen (MCI) oder gesunder Senioren. Diesen Personen soll durch GLASSISTANT eine längere selbstständige Teilhabe am sozialen Umfeld ermöglicht werden, indem es den Betroffenen einen unauffälligen Assistenten zur Seite stellt, der bei Bedarf aktiv wird und Hilfestellungen anbietet.

Das Projekt nutzt Smart Glasses (wie beispielsweise Google Glass oder Epson Moverio), um Menschen mit beginnender Demenz zu unterstützen. Dabei wird der aktuelle Stresspegel der Person durch Wearable Sensors überwacht und erkannt, wann die Person wahrscheinlich eine Hilfestellung benötigt. GLASSISTANT analysiert daraufhin die aktuellen Umgebungsfaktoren, wie z.B. das Sichtfeld oder den Standort und blendet  mittels Augmented Reality Informationen zu Gegenständen und Situationen ein.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, eine Stigmatisierung des Nutzers zu vermeiden. Die Nutzung von Smart Glasses ist daher im besondere Maße geeignet, denn obwohl derzeit verfügbare Geräte derzeit noch optisch als solche erkennbar sind, kann durch die rasante Entwicklung in diesem Bereich davon ausgegangen werden, dass Smart Glasses in einigen Jahren bereits vollständig in normale Brillen integriert werden und dadurch nicht mehr als Hilfsmittel erkennbar sind. Unabhängig von der optischen Unauffälligkeit ist ein weiterer Kernpunkt des Projektvorhabens die Unauffälligkeit in der Bedienung: Der Nutzer muss das System nicht zwangsweise manuell um Hilfe bitten, sondern es werden die aktuellen Emotionen und Situationen der Person automatisch erkannt und Hilfestellungen automatisch eingeblendet bzw. angeboten.

Hilfestellungen

Folgende Hilfestellungen sind bei Projektbeginn für den Assistenten geplant.
Da die Marktuntersuchung und Anforderungsanalyse derzeit noch aussteht, kann es hierbei allerdings noch zu Änderungen kommen.

Informationen zu betrachteten Gegenständen

Hierzu werden Gegenstände identifiziert und Informationen eingeblendet. Informationen können vom Benutzer selbst hinterlegt werden. Es kann dadurch beispielsweise das eigene Fahrrad identifiziert und danach die Zahlenkombination des Fahrradschlosses eingeblendet werden.

Informationen zum aktuellen Standort und zur Navigation

Hierfür wird der aktuelle Standort mittels GPS ermittelt. Dem Nutzer können daraufhin Informationen zum Bezirk, POI oder der Straße angezeigt werden. Zusätzlich kann der Nutzer zu Fuß zu einem Zielort navigiert werden. Für eine spätere Erweiterung wäre auch der Abruf von Fahrplänen öffentlicher Verkehrsmittel denkbar.

Erinnerungen zur Medikamentenannahme

Da Personen mit MCI oftmals vergesslich sind, soll Glassistant sie an die rechtzeitige Einnahme von Medikamenten erinnern. Der virtuelle Assistent wird aus diesem Grund Erinnerungen im Sichtfeld des Benutzers einblenden.

Informationen zum Tagesablauf

GLASSISTANT kann mit dem Kalender des Nutzers verknüpft werden . Durch diese Verknüpfung – beispielsweise mit dem Google Kalender – können dem Nutzer Informationen zum Tagesablauf angezeigt werden wie beispielsweise Arzttermine, oder Geburtstage, Hat ein Termin einen Adresseintrag, so kann eine Navigation zum Termin erfolgen.

Informationen zur Umgebung

Dem Nutzer können Informationen zur aktuellen Umgebung angezeigt werden. Hierfür werden Techniken des Augmented Reality angewendet und es werden externe Datenquellen angeschlossen wie beispielsweise Wikipedia. Auf diese Weise können Informationen mit markanten Punkten im Sichtfeld verknüpft und angezeigt werden.

Aktive Kommunikation

GLASSISTANT wird eine menschliche Hilfestellung nicht vollständig ersetzen können und möchte dies auch nicht erreichen. Falls gewünscht kann der Nutzer deshalb auch direkt andere Personen kontaktieren und sich beispielsweise per Video-Chat mit ihr abstimmen.

Vorschlagfunktion zur Hilfestellung (Emotionserkennung)

GLASSISTANT wird dem Nutzer automatisch Hilfe anbieten, sodass dieser nicht aktiv das System starten muss. Erkennt das System, dass der Nutzer gestresst ist, versucht es aus den Kontextinformationen den Grund dafür zu finden, um den Nutzer einen entsprechenden Hilfevorschlag anzubieten.

Aktive Überwachung tragbarer Sensoren

GLASSISTANT wird die Überwachung von Wearable Sensors – wie beispielsweise des Pulses oder der Hautleitfähigkeit – ermöglichen. Hierzu können Normwerte hinterlegt werden und der Nutzer oder weitere Personen bei Überschreibung eines Normwertes informiert werden.


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